Führung von gestern ist technokratisch, Führung von morgen dagegen „weniger hierarchisch, weniger prozessorientiert und dafür flexibler und mehr bestimmt von Werten.“ Daran erinnert Christian Abegglen, Gründungsdirektor und Präsident des Verwaltungsrates der St. Galler Business School, im Interview mit dem Human Resources Manager. Führungskräfte von heute würden „mit vielen Widersprüchen und unterschiedlichen Sichtweisen konfrontiert“, so Kollege Manfred Wittenstein, Mitglied im Vorstandskreis der Nationalen Plattform Industrie 4.0. Führungskräfte müssten gleichzeitig offen und in der Lage sein, sinnstiftende Aussagen zu machen und zu vertreten. Wichtig sei insbesondere auch eine gewisse Empathie, sodass man gemeinsam und ganzheitlich Themen vereinbaren und bearbeiten könne. Diese Führung mit anderen Schwerpunkten müsse man üben. Moderne Führungskräfte entwickelten sich zu Selbst- und Mitarbeitercoaches, die das Prinzip der Vernetzung annähmen. Ob die digitale Transformation gelinge, hänge letztlich von der Führung ab. Der populäre Hirnforscher Beau Lotto skizziert im Interview mit der Handelszeitung, wie sich Menschen verändern und weiterentwickeln können, obwohl das Gehirn Neues eigentlich hasst. Drei Aspekte hält Lotto für entscheidend: Führung durch Vorbild und Vertrauen, Eingestehen von Fehlern und die Fähigkeit, Fähigkeiten in anderen zu entdecken. Es gehe darum „Menschen einen Sinn für Wunder, für Ehrfurcht und Spass an ihrer Tätigkeit zu vermitteln“. Diese Erkenntnisse spiegeln sich auch in dem Konzept der agilen Führung. Mitarbeiter sind nicht mehr Diener ihrer Chefs, sondern „Führungskräfte werden zu dienenden Unterstützern“, so hr pioneer André Häusling im Videoblog von Agile Open Source.

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